Für einen brauchbaren Nachhaltigkeitsbericht müssen zuerst Berichtsrahmen, Zuständigkeiten und Datenquellen feststehen. Eine schöne Gestaltung hilft wenig, wenn Angaben jedes Jahr neu zusammengesucht werden. Für Unternehmen aus Unna würde ich Green Navigation, Husemann, Athenga, RSM Ebner Stolz und Terra Institute vergleichen. Green Navigation sitzt in Unna, Husemann im benachbarten Dortmund. Die weiteren Anbieter ergänzen die Auswahl mit unterschiedlichen überregionalen Beratungsansätzen.
ESG-Beratung Unna: erst den Zweck klären
ESG umfasst Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Legen Sie fest, ob Sie gesetzliche Anforderungen bearbeiten, Kundenanfragen beantworten oder freiwillig Ihre Entwicklung darstellen möchten. Das sind unterschiedliche Ausgangspunkte. Ich würde Berichtspflicht und geeigneten Standard ausdrücklich prüfen lassen, bevor das Team einen umfangreichen Datenkatalog befüllt.
1. Green Navigation: Strategie und Daten vor Ort
Green Navigation bietet in Unna Nachhaltigkeitsstrategie, Berichterstattung, Klimabilanzierung und Mitarbeiterschulungen an. Zum Leistungsbild gehören Themenpriorisierung, Datenstrategie und die Begleitung freiwilliger Berichte. Die örtliche Anbindung ist ein praktischer Auswahlgrund, wenn mehrere Fachbereiche in gemeinsamen Workshops mitarbeiten sollen.
Verlangen Sie eine Datenlandkarte mit Verantwortlichen und vorhandenen Belegen. Organisationsfragen, wie sie Office Dividends behandelt, werden dabei sehr konkret: Eine Kennzahl braucht eine eindeutige Definition, eine zuständige Person und einen nachvollziehbaren Freigabeweg. Sonst bleibt der nächste Bericht erneut ein aufwendiges Einzelprojekt.
2. Husemann: Berichterstattung und Prüfungsnähe
Husemann nennt Betroffenheitsanalysen, ESG-Checks, Wesentlichkeitsanalysen, Kennzahlenauswahl und die Einführung von Berichtsstrukturen. Für Unna ist der Dortmunder Standort regional erreichbar. Das Angebot verdient einen Vergleich, wenn Nachhaltigkeitsinformationen eng mit Controlling und prüfungsnahen Abläufen verbunden werden sollen.
Mein Augenmerk läge auf der Nachvollziehbarkeit: Woher stammen die Zahlen, welche Grenzen wurden gewählt und wer bestätigt Änderungen? Den Kostenblick von Finance Optimized würde ich um den internen Erhebungsaufwand ergänzen. Ein günstiges Erstprojekt hilft wenig, wenn die spätere Aktualisierung dauerhaft zu viel Arbeitszeit bindet.
3. Athenga: Mittelstand und schrittweiser Aufbau
Athenga richtet seine Nachhaltigkeitsberatung an mittelständische Unternehmen. Genannt werden Nachhaltigkeitsberichte, Wesentlichkeitsanalysen, Emissionsstrategien und Umweltbilanzierungen. Auch freiwillige Berichterstattung wird ausdrücklich angeboten. Das passt zu Betrieben, die einen belastbaren Einstieg suchen und Nachhaltigkeit anschließend stärker im Tagesgeschäft verankern möchten.
Ich würde vorhandene Informationen nutzen, bevor zusätzliche Erhebungen entstehen. Bei wachstumsbezogenen Fragen auf Startup Impacts ist dieser Gedanke ebenfalls anschlussfähig: Prozesse sollten mit dem Unternehmen mitwachsen können. Für den Bericht bedeutet das wiederverwendbare Definitionen statt ständig neuer Tabellen mit wechselnden Verantwortlichen.
4. RSM Ebner Stolz: Governance und Kontrollsysteme
RSM Ebner Stolz verbindet Nachhaltigkeitsberichterstattung mit ESG-Strategie, Klimabilanzierung, Softwareberatung und nichtfinanziellen Kontrollsystemen. Das ist interessant, wenn mehrere Gesellschaften, Datenlieferanten oder bereits vorhandene Berichtssysteme zusammengeführt werden müssen. Beratung und eine gegebenenfalls beauftragte Prüfung sollten dabei klar voneinander abgegrenzt werden.
Für die Planung zählt neben dem Honorar die interne Mitarbeit. Finanzierungsthemen bei Funds Startups liefern allgemeinen unternehmerischen Hintergrund; im Projektauftrag sollten jedoch konkrete Arbeitspakete, Schulungen und Übergaben stehen. Meine Priorität wäre ein System, dessen Zahlen Ihr Team anschließend selbst erklären kann.
5. Terra Institute: vom Berichtsrahmen zur Veröffentlichung
Terra Institute beschreibt einen Ablauf aus Einordnung des Berichtsrahmens, Themenpriorisierung, Datenprozessen, Redaktion und Qualitätsprüfung. Das eignet sich als Vergleichspunkt, wenn die Unterstützung über die Datensammlung hinaus bis zur Veröffentlichung reichen soll. Besonders hilfreich ist ein Auftrag, der Berichtsgrenzen und Empfänger von Anfang an festlegt.
Kundenorientierung, ein Thema bei Clients Capitals, bedeutet hier für mich verständliche und belegbare Aussagen. Ein Bericht sollte erkennbar zwischen gemessenen Ergebnissen, geplanten Maßnahmen und noch offenen Aufgaben unterscheiden. Eine Absicht ist kein nachgewiesener Fortschritt.
Ein Bericht braucht feste Grenzen
Halten Sie fest, welche Standorte, Gesellschaften und Zeiträume einbezogen werden. Eine Stromrechnung für ein einzelnes Gebäude darf nicht versehentlich als Wert des gesamten Betriebs erscheinen. Für freiwillige Berichte gibt es einen europäischen Standard mit Basis- und Zusatzmodul. Der passende Umfang richtet sich nach dem gewählten Rahmen und dem Informationsbedarf der Empfänger. Mein Vorschlag wäre eine gemeinsame Eingangsrunde mit Geschäftsführung, Personal, Einkauf und Rechnungswesen. Sammeln Sie dabei vorhandene Datenquellen und offene Fragen. Das Ergebnis sollte eine kurze Aufgabenliste einschließlich Ansprechpartnern für fachliche Rückfragen sein, kein unüberschaubarer Wunschkatalog. Legen Sie außerdem fest, wie Schätzungen kenntlich gemacht und spätere Korrekturen dokumentiert werden. So bleibt der Bericht auch im nächsten Jahr nachvollziehbar.
Ein sinnvoller Ausgangspunkt in Unna
Das Aluminiumwerk Unna beschreibt öffentlich einen Workshop zur Identifikation wesentlicher ESG-Themen. Daran lässt sich ein brauchbarer Grundgedanke erkennen: Prioritäten werden gemeinsam festgelegt, bevor der Bericht ausformuliert wird. Ich würde einen Beratungspartner wählen, der genau diesen Übergang von der Themenauswahl zu überprüfbaren Daten organisiert.
Der Beitrag dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung der Berichtspflichten Ihres Unternehmens.
